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Warum Zukunftsforschung?

Die Welt dreht sich immer schneller: Informationsaustausch und technische Entwicklung schreiten in rasantem Tempo voran, ihre Ausdehnung wird immer größer und erreicht in kürzester Zeit globale Märkte. Wege zur gesuchten Information, zur Ware oder zu Personen werden vielfältiger und kürzer aber auch komplexer. Entwickler und Händler, Rezipienten und Konsumenten stehen vor einer Vielfalt von Optionen und müssen schnelle Entscheidungen treffen.

Die aktuellen Rahmenbedingungen:

  • Globalisierung und weltweiter Markt {mehr...}
  • Rapide Entwicklung der Informations- und Kommunikations- (I&K) Technologien {mehr...}
  • Evolution und Relevanz der Wissensgesellschaft {mehr...}
  • Technologie-Innovation als bestimmender Wettbewerbsfaktor {mehr...}
erfordern eine langfristige Erforschung von und Orientierung über die möglichen und machbaren Entwicklungen der Zukunft sowie zugleich über die visionären und die vermeidbaren Zukünfte.

Von Vorteil ist dabei sicherlich die gestiegene Anzahl und Qualität von Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsoptionen für Individuen und Kollektive.
Damit gehen aber auch gestiegene Anforderungen an die Entscheidungsträger einher. Es gilt eine Vielzahl von beeinflussenden Faktoren, deren Zusammenhänge und Konsequenzen zu berücksichtigen.¹

Hier können Ergebnisse von Zukunftsstudien bzw. Szenarien, Einschätzung von Folgen technologischer Entwicklung, ihr Einfluss auf das soziokulturelle Leben, Untersuchungen über Werteprioritäten im gesellschaftlichen Leben, urbane Subkulturen, Trends und Moden - eine effiziente Orientierung und höhere (bessere) Entscheidungssicherheit geben.

In der staatlichen wie privatwirtschaftlichen Technologiepolitik besteht ebenfalls der Bedarf sich über zukünftige Entwicklungen zu informieren und die aktuellen Pläne daraufhin anzupassen. Zwei Besonderheiten kommen im Gegensatz zur Wettervorhersage noch hinzu.

Erstens besteht für Unternehmen eine Notwendigkeit den Technologiemarkt von Morgen zu beleuchten, da Technologie einen strategischen Wettbewerbsfaktor darstellt. Technologien bzw. diejeniegen Aktivitäten der Forschung und Entwicklung (F&E), die diese hervorbringen, begünstigen den Ausbau bestehender Geschäftsverbindungen und ermöglichen den Aufbau neuer. Den Staat betrifft dies in seiner Rolle als Sicherer der Bildung: Der aufkommende Reformbedarf aufgrund PISA-Studie - Aus-, Weiterbildung bzw. Umschulung zu qualifizierten Arbeitskräften einerseits und als Schadensbegrenzer durch Schaffung von Normen, Richtlinien, Import-/Exportgesetzen (z.B. bei der Stammzellen-Debatte) anderseits.

Zweitens können diese Entwicklungen maßgeblich von Unternehmen beeinflusst werden. „Wer seine Strategie auf der Grundlage der heute auf dem Markt angebotenen Möglichkeiten aufbaut, wird stets jenen Konkurrenten hinterherlaufen, die bereits die zukünftige Entwicklung vorweggenommen haben. Diese Mitbewerber wissen, wie sie eine Technologie nutzen werden, bevor sie verfügbar ist, so dass sie dann bei der tatsächlichen Markteinführung einsatzbereit sind.“²

Es ist also für Staat und Unternehmen notwendig langfristige Technologie-Vorhersagen zu treffen, und es mag sogar erwünscht sein diese Entwicklungen zu beeinflussen.

Denn:
"Die Resultate eines Führungsprozesses können niemals besser sein, als die ihm zugrunde liegenden Modelle, es sei denn durch Zufall. Dieses Gesetz habe universelle Gültigkeit, denn wir managen immer aufgrund von Modellen."
W.R. Ashby

 


1 vgl. z.B. Mansfield 1962, S. 1044; Brockhoff 1964, S. 327 und 1985, S. 453; Kantrow 1980, S. 7 Porter 1983, S.2 ff. Aus: Zahn, E.: Gegenstand und Zweck des Technologiemanagements; in: Zahn, E. (Hrsg.): Handbuch Technologiemanagement. Schäfer-Poeschel, Stuttgart, 1985, S. 4.
2   Hammer, M. / Champy, J.: Business Reengineering: Die Radikalkur für das Unternehmen. 5A.,Campus, Frankfurt/M. 1995, zitiert nach: Heinrich, L. J.: Informationsmanagement. 7 A. Oldenburg, München, 2002, S. 153

 
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